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Brief von Dr. T. Dvinjatina (Russ. Akad. der Wiss.) an den Rektor
St. Petersburg, 4. Februar 2004
im Wintersemester 2002 bin ich als Gastdozentin vom Slavischen Seminar der Universtität Basel eingeladen worden. Das hohe fachliche und sprachliche Niveau der Basler Slavistik-Studierenden wie auch des Lehrkörpers hat mich sehr beeindruckt: Was ich im Basler Slavischen Seminar erlebte, war ein ausgesprochen effektiv organisierter und qualitativ hochstehender wissenschaftlicher Lehrbetrieb, eine Bibliothek, die ausser dem üblichen Grundbestand auch äusserst seltene slavistische Werke umfasst – vor allem aber Menschen, die, voller Begeisterung für ihr Fach, engagiert und erfolgreich wissenschaftlich arbeiteten. Nun habe ich zu meinem Erstaunen und zu meiner grossen Enttäuschung erfahren, dass geplant ist, das Slavische Seminar zu schliessen. Das Slavische Seminar ist ein unverzichtbarer, integraler Bestandteil und eine Zierde Ihrer Universität, die zu den ältesten Europas zählt. Die Förderung des Studiums von Fremdsprachen und anderer (benachbarter wie auch fernerer) Kulturen sowie der internationalen Beziehungen war vom Beginn der universitären Wissenschaft an stets eine mit grosser Priorität verfolgte Hauptlinie in der europäischen Bildungspolitik. Ich möchte alle Gremien, von denen die Entscheidung über das weitere Bestehen des Slavischen Seminars der Universität Basel abhängt, sowie Sie persönlich, Herr Rektor, dazu auffordern, alles in Ihren Möglichkeiten Stehende zu unternehmen, damit das Slavische Seminar seine Arbeit fortsetzen kann. Dieses Seminar arbeitet nicht nur an der Erforschung eines Weltkulturerbes, es ist auch selbst ein Teil dieses Erbes aller Völker Europas und der Welt. Mit freundlichen Grüssen Dr. phil. Tatjana Dvinjatina Wiss. Mitarbeiterin des Instituts für russische
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